[AL] Interview du nouveau directeur de Tropical Islands

Publié le par parcattractions.fr

"Den Beton finde ich auch nicht schön"

Der neue Chef von Tropical Islands, Ole Hensing, über Traumurlaub, Illusionen und Verluste

Herr Hensing, was ist Tropical Islands für Sie? Spaßbad, Wellness-Oase, ein Tropenhaus mit Palmen?

Wir sind ein eigenes Erholungsgebiet für Kurzreisende, das grenzt uns zu den Freizeitparks in Deutschland ab. Wer zu uns kommt, will in der Regel einen oder zwei Tage Urlaub machen und Entspannung finden, und das in einer interessanten botanischen Umgebung, in der weltgrößten freitragenden Halle. Im Übrigen: Tropical Islands ist ein Pilotprojekt, es sind weltweit viele Standorte geplant.

Mit den Thermen und Spaßbädern in Brandenburg haben Sie reichlich Konkurrenz. Erst jüngst öffnete eine Therme in Burg im Spreewald.

Wir sehen diese Bäder nicht als Konkurrenz. Dort bleiben die Leute durchschnittlich drei Stunden, bei uns sind es sechs bis sieben Stunden. Selbst die Lage von Tropical Islands ist positiv. Wenn Sie anderthalb Stunden anreisen, ist das wie eine Anreise zum Urlaubsort.

Der Urlaubsort Tropical Islands schreibt tiefrote Zahlen. Auf Dauer verträgt das kein Unternehmen. Wie viel Zeit haben Sie bekommen, um eine Schließung abzuwenden?

Ich finde, für das erste Jahr sind die Ergebnisse - wir erwarten etwa eine Million Besucher - wirklich gut. Bei einem jungen Unternehmen, das zehn Monate existiert, ist es doch nicht erstaunlich, dass es noch kein Plus macht. Im Dezember werden wir mit dem Aufsichtsrat in Malaysia überlegen, welche Veränderungen für das kommende Geschäftsjahr notwendig sind. Wir sehen Licht am Ende des Tunnels.

Ihr Vorgänger Colin Au sprach aber von geschätzten zweieinhalb Millionen Besuchern im Jahr. Anderthalb Millionen seien notwendig zur Deckung der Kosten, sagte er.

Ich weiß, dass mein Vorgänger diese Zahlen nannte. Als Externer fand ich die erstaunlich. Sicher werden wir hier mit anderen Zahlen arbeiten müssen, auch in der Zukunft. Im Geschäftsjahr 2007/2008 wollen wir mit einem erhöhten Marketingaufwand ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen. Es gibt aber keine strenge Zielvorgabe. Für den Tanjong-Konzern ist es wichtig, dass wir eine positive Entwicklung haben.

Von welchen Besucherzahlen gehen Sie künftig aus?

Im Geschäftsjahr 2006/2007 wollen wir uns konsolidieren und unser Produkt fertig stellen. Insofern gehen wir von 1 bis 1,1 Millionen Besuchern aus und nehmen bewusst einen weiteren Verlust in Kauf. Danach wollen wir sehr schnell 1,5 bis 1,8 Millionen Besucher pro Jahr erreichen.

Warum sollten jemals mehr Besucher kommen als im ersten Jahr, wo die Neugier noch groß ist?

Während es in einem Freizeitpark um die Attraktion geht, geht es bei uns um einen wirklichen Tag Urlaub mit der Illusion einer tropischen Welt. Daher gehen wir langfristig davon aus, dass unsere Besucher öfter zu uns kommen als in einen Freizeitpark. Wir konkurrieren mit jedem anderen Freizeitangebot. Letztlich geht es um die Zeit der Menschen. Sie werden entscheiden, was für sie in ihrer jeweiligen Situation den meisten Mehrwert hat. Wir bieten ein oder zwei Tage Erholung in einer tropischen Umgebung.

Blanker Beton und Baustellenbereiche lassen nicht unbedingt Urlaubsstimmung aufkommen. Es gibt auch Klagen über unfreundliches Personal und schlechte Versorgung.

Ich kenne die Probleme. Ein neuer Leiter des operativen Betriebes mit Erfahrung in der Freizeitindustrie und der Erlebnisgastronomie stellt derzeit das Gastronomiekonzept auf den Kopf. Zudem habe ich den Eindruck, dass es bei den Mitarbeitern, die gut ausgewählt sind, noch an der Identifizierung mit dem Unternehmen fehlt. Und den Beton finde ich auch nicht schön. Es gibt viele Ideen und wir müssen überlegen, was so schnell wie möglich - voraussichtlich im nächsten Sommer - umgesetzt werden kann. Dazu gehören der Eingangsbereich und auch das tropische Dorf, die ineinander übergehen. Wir brauchen auch mehr Rückzugsflächen für die Gäste, die es ruhiger haben wollen. Wir müssen viele Dinge überdenken und den Bedürfnissen des europäischen Marktes anpassen.

Werden Sie die Preise erhöhen?

Es gibt vielleicht ein zu kompliziertes Preissystem, das einfacher gestaltet werden könnte. Das hat aber nichts mit einer Preiserhöhung zu tun.

Zur Eröffnung im Dezember 2004 zählte Tropical Islands mehr als 700 Beschäftigte, jetzt sind es etwa 580. Wird es weitere Entlassungen geben?

Freizeitunternehmen wie wir beginnen immer mit einer höheren Zahl an Beschäftigten, als tatsächlich gebraucht werden. Nur so kann der Start organisiert werden. Wir benötigen langfristig etwa 500 Mitarbeiter. Wenn wir das umliegende Gelände erschließen, wird diese Zahl steigen. Betriebsbedingte Kündigungen stehen aber nicht zur Debatte. Wir gehen von einer natürlichen Fluktuation aus, auch werden manche Zeitverträge nicht verlängert. Das ist in der Branche üblich.

In den vergangenen Monaten hat Tropical Islands versucht, mit vielen Veranstaltungen Besucher anzulocken. Bleiben Sie bei dem Konzept?

Wir sehen uns nicht als Event-Agentur. Wir sehen uns als eine Einrichtung, die auf dem Markt als Veranstaltungsort zur Verfügung steht. Unser Showprogramm halten wir zum Beispiel für sehr wichtig, auch wenn zu überlegen ist, ob es wirklich täglich stattfinden sollte.

Welche Veränderungen planen Sie in und außerhalb der Halle?

Ich hoffe, die noch unschönen Bereiche in der Halle 2006 fertig stellen zu können. Parallel dazu denken wir über Beherbergungsmöglichkeiten nach, besonders für die internationalen Gäste. Ob das ein Hotel ist oder ein Ort mit vielen unterschiedlichen Unterkünften, ist noch nicht klar. Auf jeden Fall werden wir die 500 Hektar, die wir zur Verfügung haben, in den nächsten Jahren nutzen. Wichtig ist für uns, die Region zu stärken. Seit der Eröffnung von Tropical Islands sind die Hotelübernachtungen im Spreewald übrigens um 40 Prozent gestiegen.

Haben Sie Ihren Vorgänger Colin Au, der Tropical Islands kreierte, schon getroffen?

Nein, noch nie.

Was würden Sie aus heutiger Sicht anders als er machen?

Wahrscheinlich gar nichts. Wir haben es Colin Au zu verdanken, dass Tropical Islands entstanden ist. Vielen Deutschen wäre es zu riskant gewesen, ein solches Projekt überhaupt in Angriff zu nehmen. Möglicherweise hätte man sich mehr Zeit mit der Planung lassen müssen.

Source: BerlinOnline

Publié dans Revue de Presse Europe

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