[AL] Les nouveaux défis de Tropicals Islands

Publié le par parcattractions.fr

Vor exakt einem Jahr öffnete die Regenwaldhalle Tropical Islands, seither hat sie zweistellige Millionenverluste angehäuft und ihren ersten Chef verloren. Der neue erklärte nun, was er besser und anders machen will. Anfangs heißt das: Bauarbeiten, Schließungen - und noch größere Defizite.

Brand - Im Shuttlebus, der am Zwerg-Bahnhof von Brand wartet, läuft am Morgen das Lied "Africa, in dark deep jungle". Das ist bloß eine Laune des Radioprogramms - es wirkt aber wie eine forsche Versprechung, als der Bus auf die 107-Meter-Halle von Tropical Islands zurollt. Rundherum liegt Schnee in den Wäldern der Niederlausitz an diesem 19. Dezember. Genau ein Jahr ist es her, seit die artifizielle Tropenwelt in der alten CargoLifter-Halle hier erstmals Besucher einließ.

Tropenwelt in Brand: "Ab 2008 wird es richtig gut"
DDP
Tropenwelt in Brand: "Ab 2008 wird es richtig gut"
Ole Bested Hensing trägt Office-Kleidung wie ein Banker, als er eine halbe Stunde später im Thai-Haus des "Tropendorfs" auftritt. In der Hand hält er, passender zum Setting, einen Cocktail mit buntem Papier-Sonnenschirm. Seit fast zwei Monaten ist der 41-jährige gebürtige Däne Chef bei Tropical Islands - und macht seinerseits forsche Versprechungen, gibt Ziele vor. "Wir wollen die Nummer zwei unter den Freizeitparks in Deutschland werden", sagt er vor rund zwei Dutzend Reportern, die er am Jubiläumstag eingeladen hat. Im laufenden Jahr reichte es, wie er anhand von Besuchertabellen zeigt, aber nur für Platz sieben - abgeschlagen hinter Branchengrößen wie dem Europa-Park.

Als der monströse Hallendom vor zwölf Monaten aufmachte, waren die Erwartungen ebenso hoch gesteckt wie utopisch. Der malaysische Tropenplaner und erste Chef, Colin Au, träumte öffentlich von bis zu drei Millionen Besuchern und Profiten im allerersten Jahr. Au hatte, so scheint es, nicht lange genug auf die Landkarte geschaut - er glaubte wohl wirklich, dass zwei Badebereiche, Palmen und ein paar exotische Büfetts reichen würden, Millionen in die Halle irgendwo zwischen Königswusterhausen und Lübbenau zu locken.

"Das Produkt fertig stellen"

Tatsächlich kamen seit dem Premierentag 975.000 Besucher - diese Zahl gaben Hensing und sein neuer Marketing-Planer Rainer Wilkens heute bekannt. "Aber von null auf gut eine Million" - das sei doch, realistisch gesehen, ein gigantischer Erfolg, sagen sie, "die erfolgreichste Markteinführung seit Jahren." Selbst das Legoland komme im Jahr nur auf ein paar Hunderttausend Besucher mehr. Tropical Islands aber hat für seine Größe reichlich Geld verloren im Geschäftsjahr - die Summe liege "zwischen zehn und 20 Millionen Euro", heißt es.


Hensing wischt sich mit der Hand über die Stirn. Es ist subtropisch schwül im thailändischen Holzhaus, sein Sakko aber zieht er nicht aus. 2006, erklärt er, werde für Tropical Islands ein entscheidendes Jahr - das Jahr, "in dem wir unser Produkt fertig stellen wollen". Wohl schon ab März wird die Halle nicht mehr rund um die Uhr geöffnet sein, sondern immer zwischen 22 und 5 Uhr schließen. Dann laufen, zunächst nur nachts, die ersten Umbauarbeiten an.

Wahrscheinlich im November, nach den Herbstferien, bleibt Tropical Islands dann für mehrere Wochen völlig geschlossen. In dieser Zeit will Hensing im bisher leeren Westbereich eine Wellness-Welt hochziehen. "Zehn verschiedene Saunen, ein Ruhehaus, Whirlpools" verspricht er - Angebote, die viele Gäste bisher vermisst hätten. Hensing nimmt in Kauf, dass wegen der Schließung die Besucherzahlen noch tiefer fallen - von nur noch 700.000 im Jahr 2006 ist die Rede. Dafür soll die Wellness-Zone, wenn sie denn fertig ist, extra Eintritt kosten und die Umsätze hoch treiben.

"Es hat keine fiesen Fragen gegeben"

Hensings Handschrift ist, nach nur anderthalb Monaten, schon hier und da sichtbar. Das Management ist umgekrempelt: Der Operations Manager ist neu, der Gastro-Chef ebenso, die alte Marketingleiterin ist auch nicht mehr da.

Die Optik der Halle ändert sich langsam: Das Riesenrad im Osten, erst im Frühjahr aufgestellt, ist wieder verschwunden - es erinnerte wohl zu sehr an Rummelplatz mit Bratwurst. Stattdessen gibt es hier eine Hüpfburg und eine Kinderrutsche in Schiffsform, die ausgerechnet den Namen "Titanic" trägt. Provisorisch sieht das aus - aber im Verlauf der Monate soll rundherum eine professionellere "Kinderwelt" entstehen. "Wir müssen unser Angebot für Familien mit Kindern ausbauen", sagt Hensing.

Der neue Tropen-Chef hat, kurz vor seinem Auftritt, eine Woche in Kuala Lumpur verbracht. Dort hat er dem Aufsichtsrat des malaysischen Mutterkonzerns Tanjong sein Konzept vorgestellt und erklärt, wie viel Zeit und Investitionen Tropical Islands noch braucht, um profitabel zu werden. "Die Atmosphäre der Sitzung war gut. Es hat überhaupt keine fiesen Fragen gegeben", sagt er.

Aus Asien habe er "jede Menge" Geld mitgebracht, freut sich Hensing - er habe die Zusage, dass Tanjong 2006 "mindestens 15 Millionen Euro" für die malade Tochter ausgeben wird - teils für Investitionen, teils zur Abdeckung der Verluste. Dazu sollen weitere 15 Millionen an Fördergeldern kommen, die das Land Brandenburg nach kontroversen Debatten bald freigeben will. Noch sei es nicht so weit, noch gebe es eine "lange Liste von Punkten", die geklärt werden müssten, räumt Hensing ein, ohne Details nennen zu wollen. "Aber ich bin sicher, dass man sich am Ende einigen wird."

"Ab 2008 wird es richtig gut"

So bekommt der neue Chef Zeit zum Experimentieren, Reformieren. Ein einfacheres Preissystem soll es ab 2006 geben, das Mehrfachbesucher belohnt und Familien mit Kindern entlastet. "Viele werden sich über den niedrigen Preis wundern", kokettiert der Tropen-Chef, "ich selber musste eine Nacht drüber schlafen."

Die Shows sollen angepasst werden - die neue kubanische Revue, die ab Donnerstag und dann noch bis Ende Februar läuft, wird wohl das letzte Abendprogramm sein, das täglich zu sehen ist. Alles in allem könne Tropical Islands 2007 erstmals zumindest operativ schwarze Zahlen schreiben, glaubt Hensing. "Und ab 2008 wird es dann richtig gut." Nachdem man, unter anderem bei Energie und Personal, Kosten gekappt habe, brauche man ohnehin nur noch 1,35 Millionen Gäste im Jahr, um Profite zu schaffen.

Als der Shuttle-Bus am Nachmittag zurück zum kleinen Bahnhof von Brand fährt, rollt er an den Autos der Tropen-Besucher vorbei. Vielleicht 200 Pkw stehen auf den Parkplätzen an der Halle. Wenn Hensings Pläne eine Chance haben sollen, müssten es schon in zwölf Monaten mehr sein.

EIN DÄNE BAUT BUNGALOWS
Damit mehr Besucher von Tropical Islands in der Nähe übernachten können, möchte Hensing auf dem Gelände um die Halle herum eine Bungalow- Siedlung und vielleicht auch ein Hotel errichten. "2000 Einheiten" mit möglichst 5000 Betten sollen entstehen, sagte er: "Das ist unsere Wunschvorstellung." Die Baupläne sind noch nicht ausgefeilt, die Suche nach möglichen Partnern läuft noch. Der derzeit geplante Termin für die Fertigstellung: 2009.

TROPEN AUCH IN MOSKAU?
In Kuala Lumpur, dem Standort des Mutterkonzerns Tanjong, unterhält Tropical Islands eine weitgehend unbekannte Filiale. 13 einheimische Mitarbeiter erledigen dort unter anderem buchhalterische Aufgaben für die deutsche Tochter - und planen die internationale Expansion.

Der Tropical- Standort in Brandenburg sei zwar der erste, solle aber nicht der letzte sein, sagte Ole Bested Hensing zu SPIEGEL ONLINE. So sei eine Ausdehnung in die USA möglich. In der russischen Hauptstadt Moskau gebe es sogar schon "drei Offerten" von potentiellen Partner, die am Aufbau einer künstlichen Tropenwelt interessiert seien.

Das deutsche Tropical Islands werde aber sicherlich auch in Zukunft die größte bleiben, sagt Hensing - eine vergleichbar dimensionierte Halle sei schließlich weltweit nirgendwo zu finden.

Source : Spiegel

 

Publié dans Revue de Presse Europe

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