[AL] Un parc Aquatique pour Karlsruhe

Publié le par BAPST

Karlsruhe errichtet gigantisches Spaßbad

Karlsruhe - Die so genannten freiwilligen Aufgaben der Städte und Gemeinden kommen in finanziell klammen Zeiten meist zuerst unter die Räder. Dann wird im kulturellen und sozialen Bereich gestrichen, Investitionen in Freizeiteinrichtungen werden auf die lange Bank geschoben. Karlsruhe geht genau den umgekehrten Weg: Während andere Kommunen ihre Schwimmbäder schließen müssen, baut die Fächerstadt ein gigantisches Spaßbad.

Im Bäderkonzept 2000 hat die 270000-Einwohner-Stadt bilanziert, welche Zukunft die insgesamt 14 kommunalen Hallen- und Freibäder haben werden. Kernpunkt war dabei die Konzeption und der Bau eines neuen Spaß- und Freizeitbades im Zentrum. Kurz vor der Kommunalwahl im Juni 2004 fasste der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss, inzwischen sind die Bürgerbeteiligungsverfahren abgeschlossen, letzte Bebauungsplanänderungen werden vorgenommen.

Der Bau des 25 Millionen Euro teuren Großprojektes wird voraussichtlich bereits in diesem Jahr beginnen. Vor allem Familien mit Kindern aus der Stadt und aus dem nächsten Umkreis sollen angelockt werden. "Das Bad wird in der Bevölkerung gut aufgenommen, viele freuen sich drauf, dass es endlich mal richtige Wasserrutschen geben wird", sagt Johannes Schmitz, Leiter des Sport- und Bäderamtes.

Insgesamt drei große Rutschen im Freigelände, darunter Wildwasserflüsse mit 80 und über 100 Metern Länge, sollen das Publikum anziehen. Ein vergleichbares Bad sei das "Calypso" in Saarbrücken und - von der Gesamtkonzeption aus betrachtet - das "Atlantis" in Ulm, sagt Schmitz. Als "die großen Vorbilder" gelten den Karlsruhern jedoch das "Alpamare" im schweizerischen Pfäffikon, unweit des Zürichsees, und der Wildwasserfluss im "Aquatoll" in Neckarsulm. "Wir bauen größer als unsere Referenzbäder", so der Sport- und Bäderamtsleiter.

Der Bau des neuen Bades, das über ein umbautes Volumen von rund 67000 Kubikmetern und 1320 Quadratmeter Wasserfläche verfügen soll, ist südlich der Europahalle geplant, inmitten des stadtnahen Grüngürtels "Günther-KlotzAnlage". Das Baugelände wurde schon vergangenen Herbst frei geräumt. Dabei war und ist der Bau des Bades ganz und gar nicht unumstritten. Das Konzept der Stadt sieht nämlich gleichzeitig die Schließung mehrerer kleiner Bäder vor: etwa des historischen Tullabads in der Karlsruher Südstadt, das SWR-Tatortkommissarin Ute Folkerts bereits mehrfach als Kulisse gedient hat.

25 Millionen Euro soll der vom Stuttgarter Architekturbüro Geiger und Geiger geplante Bau am Ende kosten - finanziert durch die Kreditaufnahme über eine neu gegründete städtische Tochtergesellschaft. Die Stadtwerke Karlsruhe erhoffen sich dabei steuermindernde Abschreibungsmodalitäten. "Wir müssen unterm Strich Geld sparen", sagt Johannes Schmitz, "allein die Sanierung des Tullabades hätte die Millionen gekostet". 18 Monate soll die Errichtung des neuen Spaß- und Freizeitbads dauern.

von Stefan Jehle, 21.07.05

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