[AL] Un parc sur l'oenotourisme en Autriche

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Neckenmarkt. Die 1700-Einwohner-Gemeinde Neckenmarkt im burgenländischen Weinbaugebiet Blaufränkisch-Land will bis zum Frühjahr 2008 zum Zentrum des Wein-Tourismus in Österreich werden. Den Anstoß soll ein einzigartiges Großprojekt liefern: Für 76 Millionen Euro wird eine ausländische Investorengruppe unter Federführung eines Österreichers die Wein-Erlebniswelt "Aquavinum" errichten.

Der Baubeginn könnte im Herbst 2006 erfolgen, im Endausbau - das ist allerdings noch Zukunftsmusik - ist gar von einem Investitionsvolumen von 320 Millionen Euro die Rede. "Die Entscheidung über den Startschuss fällt im Februar oder im März", sagt Bauherr und Geschäftsmann Christian Preisinger, der zuvor die Firma "tvp energy" aufgebaut, von Tirol nach Neckenmarkt übersiedelt ist und diese vor einigen Monaten verlassen hat.

Über seine ausländischen Geschäftspartner will er vorerst nichts verraten, allerdings sei deren Interesse an dem Projekt hoch. Dass kurzfristig noch jemand abspringen könnte, glaubt er nicht. "Die Zusage der Finanzierung ist nur noch ein bürokratischer Akt."

Zentraler Dreh- und Angelpunkt des Projekts, das bis Herbst 2008 fertig gestellt sein soll, ist eine Erlebniswelt, die die 1000-jährige Geschichte des Weinbaus im Blaufränkisch-Land darstellt. Mit Multimedia-Unterstützung sollen die Besucher durch die verschiedenen Zeitzonen reisen und so die Vergangenheit des Weins erleben. Zahlreiche weitere Einrichtungen sind geplant: Ein Hotel mit Bungalow-Anlage (600 Betten), ein Kongresszentrum, eine Vinothek, ein Automaten-Casino, ein Freizeitpark, eine Shopping-Mall und mehrere Gastronomie-Betriebe. "Für die Restaurants stehen wir mit einigen interessanten Betreibern in Verhandlungen", sagt Preisinger. Der Golfplatz im benachbarten Ritzing wird vermutlich noch dieses Jahr fertig gestellt.

Hauptzielgruppe sind an Wein interessierte Tagesgäste und Familien. Insgesamt rechnen die Aquavinum-Betreiber mit 15.000 Gästen im Monat. Reisinger: "Im Wein-Tourismus liegt noch viel Potenzial. Da ist ein riesiger Zukunftsmarkt im Erwachen." "Bisher hatten wir das Problem, dass wir nicht über die notwendigen Strukturen verfügten, um Gäste länger als zwei oder drei Tage im Ort zu halten", sagt Franz Heincz, Vizebürgermeister von Neckenmarkt. Mit kleinen und mittelgroßen Projekte könnte man heute keinen Gast mehr aus der Reserve locken, da müsse schon "etwas Großartiges" her.

Natürlich, so Heincz, gebe es bei einem Vorhaben dieser Größenordnung eine gewisse Skepsis in der Bevölkerung. "Die meisten stehen aber hinter dem Projekt." Nicht zuletzt deshalb, weil bei einer Umsetzung Dutzende neue Arbeitsplätze entstehen würden.

Läuft alles glatt, kann Preisinger mit großzügigen Förderungen von Land und Gemeinde rechnen. Von der Regierung aus Eisenstadt erwartet er sich einen Anteil von 25 Prozent, die Gemeinde wird vermutlich die Infrastruktur (Kanal, Wasser, Strom, Verkehrsanbindung) zur Verfügung stellen.

Thomas Haller, Leiter der Studiengänge Weinmarketing und Weinmanagement an der FH Burgenland, ist noch skeptisch. "Wein-Tourismus ist noch ein sehr kleiner Markt", so der Experte. Und ob ein derartiges Konzept auch den Weinabsatz einer Region nachhaltig beeinflussen könne, darüber gebe es noch keine Studien. Dass man mit Innovationskraft auf diesem Sektor erfolgreich sein kann, hätte man aber in Kalifornien bereits bewiesen. "Francis Ford Coppola vermarktet mit Tourismus-Angeboten seinen Wein sehr offensiv und erlebnisorientiert." Ein Konzept, das auch in Österreich aufgehen könnte.

Source : Die Presse

Publié dans Revue de Presse Europe

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